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DIE GEISTER-REITER IM VERGESSENEN WALD Übten früher Geschichten aus dem Vergessenen Wald von geheimnisvollen Reitern, verzauberten Rappen und symbolträchtigen Begegnungen mit Gestalten auf gewaltigen Pferden Faszination auf Besucher aus, so ist an die Stelle der Pferde das Touren-Motorrad getreten. Typische Geister-Reiter sind beschaulicher Genießer, die die Qualitäten des Waldviertels immer wieder neu erkunden und die traditionelle Klarheit, Echtheit und Naturverbundenheit zu schätzen wissen. MIT GEISTERREITERN ERLEBT MAN IMMER EINE FABELHAFTE REISE UNTER DIE OBERFLÄCHE EINER DER SCHÖNSTEN GEGENDEN DER WELT |
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GOLDENES FASSL VON DER RUINE SCHAUENSTEIN Von den vielen Geschichten, die von der Ruine Schauenstein (frei zugänglich) erzählt werden, ist die folgende die schönste: Drei Brüder hatten in einer Nacht alle den selben Traum. Sie träumten, dass sie am Karfreitag zur Schauenstein gehen sollten und mit Hilfe von Kreidekreis und Weihwasser ein Fass aus purem Gold ausgraben würden, und dass sie dabei kein Wort reden dürften. Sie zogen also mit geweihter Kreide einen Kreis und begannen sogleich zu graben. Und richtig, schon bald stießen sie auf ein großes Fass aus purem Gold, gefüllt mit Diamanten und Edelsteinen. Sie hatten ihn noch nicht ganz befreit, als ein kleiner Kobold auftauchte und zu ihnen sagte: Grabt´s nur weiter, glei´ könnt´s den Schatz haben. Aber der mit´m blauen Leibl g´hört mir. Da vergaß der Angerufene den Vorsatz und fragte erschrocken: Warum denn grad ii? Kaum waren diese Worte gesprochen da verschwand das goldene Fassl wieder spurlos in der Erde und soll für 100 Jahre verloren sein. Dann erst kann ein Sonntagskind - das in einer Wiege gelegen hat, die aus einem Kirschbaum gezimmert wurde, die im Burghof der Schauenstein gewachsen sein muss neuerlich versuchen, diesen Schatz zu heben. |
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DIE SCHIMMEL VOM ENZINGER WALD Im Enzinger Wäldchen (frei zugänglich), gleich hinter dem Melber Kreuz gibt es eine Lichtung, auf welcher früher immer wieder im Mondlicht ein oder mehrere Schimmel gesehen wurden. Die Sage berichtet, dass man sie als braves Arbeitstier nach Hause führen hätte können, wenn man sie durch ein Gotteswort erlöst hätte. Nur wenige haben es versucht und niemand war erfolgreich. Denn als man sich ihnen näherte, erkannte man, dass sie glühende Augen hatten und Blitze aus ihren Hufen zuckten. Da erschraken die zunächst tapfersten und zögerten zu lange. Es heißt, dass daraufhin ein Donner zu hören war und die Schimmel gallopierten in die Lüfte davon. |
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GEISTERSPINNERIN AM IDOLSBERG Im Waldviertel war noch vor Jahren die Überzeugung lebendig, dass durch das Spinnen gewisse Geisterwesen angezogen werden würden, wie zum Beispiel die Gaude, das Pelzweiberl u.a. die nicht nur in den heiligen Jahreszeiten sondern auch sonst ihre unsichtbare Anwesenheit bekunden und dann den Faden knotig oder rissig machen. Die aktuellste Geschichte ist die der alten Schule am Idolsberg. Die Besucher des Öchsner-Hauses (Besuch möglich) werden auch das Empfinden haben, dass dieses Haus mit den großen verlassenen Klassenzimmern und vielen Winkeln und Gängen, sich bestens für Geister eignet. Die heutige Fassade verbirgt den Teil des Hauses, der noch vor hundert Jahren seltsamsten Geschichten Raum gab und Hanni, die Geisterspinnerin, die gelegentlich bei ihrer Arbeit in einem Raum im obersten Stockwerk zu hören ist, scheint aus dieser Zeit zu stammen. |
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STEINERNE GESICHTER IM ZWETTLER LAND Stift Zwettl verwahrt ein Geheimnis: Was steht auf den Fragmenten des Nibelungenlieds? Beschreiben sie das Versteck des sagenumwobenen Kelchs im Waldviertel, wie mancherorts gemunkelt wird? Oder beschreiben sie gar die personifizierte Natur als Protagonist in der Auseinandersetzung zwischen Gut und Böse? Oft sollen jedenfalls die großen Steinblöcke die das Kamptal zieren aktiv eingegriffen haben und den Vergessenen Wald geschützt haben, wenn sich Heerscharen wie die der Hussiten oder der Avaren ins Zwettler Land eingefallen sind. |
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WETTTRINKEN MIT DEM GLÄSERNEN Auf einer Wiese unterhalb von Tiefenbach (frei zugänglich), die heute noch Schipot des Waldviertels genannt wird, soll sich folgende Geschichte zugetragen haben: Ein Bierkutscher hatte sich verirrt und traute seinen Ohren nicht, als er mitten im Wald eine Festgesellschaft hörte. Als er näher kam erkannte er viele gläserne Gestalten, die ein ausgelassenes Fest zu feiern schienen. Hier bin ich gerade richtig dachte er noch, als er auch schon vom Vorsitzenden dieser unheimlichen Runde herausgefordert wurde: Er solle mit ihm um die Wette trinken und sollte er gewinnen, wäre ein großer Schatz sein Lohn. Verlöre er, würde der Gläserne seine Seele bekommen. Nun war der Kutscher ein kluger Kerl und willigte sofort ein, wenn sie für das Wetttrinken sein eigenes Bier verwendeten. Schon nach wenigen Gläsern musste sich der seltsame Gefährt geschlagen geben und reich beschenkt verließ der Bierkutscher diesen Platz. Und heute noch gilt in manchen Geschichten Bier als Schutztrank gegen den Leibhaftigen. |
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